ArbeitszeugnisWas ein Arbeitszeugnis ist, wie es aussieht und was hineingehört
Ein Arbeitszeugnis begleitet dich durch jede spätere Bewerbung. Hier steht, welche Arten es gibt, welche Teile Pflicht sind und woran du ein gutes Zeugnis erkennst. Du hast schon eines? Dann prüf es direkt.
Was ist ein Arbeitszeugnis?
Ein Arbeitszeugnis ist die schriftliche Bestätigung deines Arbeitgebers, dass, wie lange und als was du bei ihm gearbeitet hast. In Deutschland ist es ein fester Bestandteil jeder Bewerbungsmappe. Personalabteilungen lesen es, um einzuschätzen, was du kannst und wie du mit anderen umgehst.
Der Anspruch ergibt sich in der Regel aus § 109 der Gewerbeordnung. Er gilt für Angestellte, Teilzeitkräfte, Minijobber und Aushilfen gleichermaßen. Für Auszubildende regelt das Berufsbildungsgesetz einen eigenen Zeugnisanspruch. Zwei Grundsätze ziehen sich durch die Rechtsprechung: Das Zeugnis muss wahr sein und es muss wohlwollend formuliert sein. Aus diesem Spannungsfeld ist die besondere Zeugnissprache entstanden, in der kleine Wörter wie „stets“ über die Note entscheiden.
Das Zeugnis ist keine Gefälligkeit. Du bekommst es, wenn du es verlangst. Wie du das am besten machst, steht unter Arbeitszeugnis anfordern, mit einem fertigen Anforderungsschreiben zum Herunterladen.
Diese vier Arten von Zeugnissen gibt es
- Einfaches Arbeitszeugnis
Nur Art und Dauer der Tätigkeit, keine Bewertung.
- Qualifiziertes Arbeitszeugnis
Zusätzlich Leistung und Verhalten. Das Zeugnis, das Bewerber meistens brauchen.
- Zwischenzeugnis
Während des laufenden Jobs, etwa bei neuer Führungskraft oder Elternzeit.
- Englisches Zeugnis
Übersetzung oder reference letter für Bewerbungen im Ausland.
Wie sieht ein Arbeitszeugnis aus?
Fast alle Zeugnisse folgen demselben Bauplan. Das liegt nicht an einem Gesetz, sondern an jahrzehntelanger Praxis: Personaler erwarten die Bausteine in einer bestimmten Reihenfolge, und Abweichungen fallen auf. Die folgende Übersicht zeigt, was in welchem Teil steht und worauf Leser dabei achten.
| Teil | Inhalt | Worauf Leser achten |
|---|---|---|
| Überschrift | „Arbeitszeugnis“ oder „Zwischenzeugnis“ | Fehlt sie, wirkt das Dokument unfertig. |
| Einleitung | Name, Geburtsdatum (optional), Position, Zeitraum | Stimmen die Daten mit dem Lebenslauf überein? |
| Unternehmen | Kurze Beschreibung der Firma (optional) | Hilft Lesern, die Stelle einzuordnen. |
| Aufgaben | Tätigkeiten, das Wichtigste zuerst, ggf. Beförderungen | Reihenfolge und Umfang zeigen, was dem Arbeitgeber wichtig war. |
| Leistung | Fachwissen, Arbeitsweise, Einsatz, Ergebnisse, Führung | Verstärker wie „stets“, „äußerst“, „hervorragend“. |
| Zusammenfassung | Die Zufriedenheitsformel | Der wichtigste Satz für die Note. |
| Verhalten | Gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden | Reihenfolge: Vorgesetzte zuerst. |
| Schluss | Austrittsgrund, Dank, Bedauern, Wünsche | Fehlender Dank kann als Kritik gelesen werden. |
| Abschluss | Ort, Datum, Unterschrift mit Funktion | Unterschrift von einer ranghöheren Person. |
Wie das ausformuliert aussieht, zeigen die drei vollständigen Beispiele aus unterschiedlichen Berufen. Eine leere Version mit Platzhaltern findest du als Word-Vorlage.
Pflicht und Form: was ein Zeugnis erfüllen muss
Neben dem Inhalt gibt es einige formale Anforderungen, die in der Praxis immer wieder für Ärger sorgen. In der Regel gilt:
- Schriftform auf Papier, eine elektronische Form ist nur mit deinem Einverständnis möglich.
- Firmenbriefkopf, wenn das Unternehmen Geschäftspapier verwendet.
- Sauber, ohne Rechtschreibfehler, Flecken oder Knicke, die wie Markierungen wirken.
- Eigenhändige Unterschrift einer Person, die im Unternehmen über dir steht.
- Ausstellungsdatum passend zum Ende des Arbeitsverhältnisses.
- Keine Angaben zu Krankheiten, Betriebsratstätigkeit, Gewerkschaft oder Gehalt.
Fehlt etwas, kannst du eine Berichtigung verlangen. Wie viel Zeit du dir dafür lassen solltest, erklärt die Seite zur Frist beim Arbeitszeugnis.
Woran du ein gutes Zeugnis erkennst
Ein Zeugnis kann freundlich klingen und trotzdem eine mittelmäßige Note tragen. Entscheidend sind drei Stellen: die Zufriedenheitsformel, die Reihenfolge beim Verhalten und die Schlussformel. Steht dort „stets zu unserer vollen Zufriedenheit“, ein Verhalten, das mit Vorgesetzten beginnt, und ein Schluss mit Dank und Bedauern, liegst du meist im guten Bereich.
Die genaue Abstufung jeder Formel findest du unter „stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“, die Notenskala für alle Bereiche unter Arbeitszeugnis Noten. Wer gezielt nach einzelnen Sätzen sucht, nutzt die durchsuchbare Formulierungs-Tabelle. Versteckte Kritik und bekannte Codes erklärt die Seite zur Zeugnissprache.
Am schnellsten geht es mit dem Werkzeug: Text einfügen, und der Zeugnis-Check markiert jeden bekannten Satz farbig nach Note. Wann sich zusätzlich eine Prüfung durch Fachleute lohnt, steht unter Arbeitszeugnis prüfen lassen.
Wer schreibt das Zeugnis?
Verantwortlich ist immer der Arbeitgeber. In der Praxis schreibt oft die Personalabteilung auf Grundlage einer Beurteilung durch die Führungskraft. In kleinen Betrieben bitten Chefs ihre Mitarbeitenden nicht selten, einen Entwurf selbst vorzubereiten. Das ist erlaubt, unterschreiben und verantworten muss den Text trotzdem der Arbeitgeber. Hinweise für beide Seiten findest du unter Arbeitszeugnis schreiben.
Alle Ratgeber zum Arbeitszeugnis
- Qualifiziertes Arbeitszeugnis
- Einfaches Arbeitszeugnis
- Arbeitszeugnis anfordern
- Frist für das Arbeitszeugnis
- Arbeitszeugnis prüfen lassen
- Arbeitszeugnis Noten
- „Stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“
- Arbeitszeugnis Beispiele
- Arbeitszeugnis Vorlage (Word)
- Arbeitszeugnis schreiben
- Arbeitszeugnis auf Englisch
- Zeugnis-Durchschnitt berechnen
- Formulierungen mit Noten
- Muster für Note 1, 2 und 3
- Zwischenzeugnis
- Zeugnissprache und Geheimcodes
Häufige Fragen
Was ist ein Arbeitszeugnis?
Ein schriftliches Dokument, das der Arbeitgeber am Ende eines Arbeitsverhältnisses ausstellt. Es beschreibt, welche Aufgaben du hattest und wie lange du beschäftigt warst. Beim qualifizierten Zeugnis kommen eine Bewertung deiner Leistung und deines Verhaltens dazu. Rechtsgrundlage ist in der Regel § 109 Gewerbeordnung.
Wie sieht ein Arbeitszeugnis aus?
Es steht auf Firmenpapier, trägt die Überschrift „Arbeitszeugnis“ und folgt einer festen Reihenfolge: Einleitung, Aufgaben, Leistung, Verhalten, Schluss, Ort, Datum und Unterschrift. Üblich sind ein bis zwei Seiten, je nach Dauer und Verantwortung der Stelle.
Habe ich immer Anspruch auf ein Arbeitszeugnis?
Wenn ein Arbeitsverhältnis endet, hast du in der Regel Anspruch auf ein Zeugnis, auch bei Minijob, Teilzeit oder kurzer Beschäftigung. Ob einfach oder qualifiziert, entscheidest du. Bei Ausbildungen gilt eine eigene Regel im Berufsbildungsgesetz.
Muss ein Arbeitszeugnis gut sein?
Es muss wahr und wohlwollend sein. Wohlwollend heißt nicht automatisch sehr gut, sondern dass dein berufliches Fortkommen nicht unnötig erschwert wird. Als Ausgangspunkt gilt meist eine durchschnittliche Bewertung. Wer eine bessere Note möchte, muss seine Leistung in der Regel belegen.
Darf im Zeugnis stehen, warum ich gegangen bin?
Der Austrittsgrund gehört nur ins Zeugnis, wenn du zustimmst oder es für dich vorteilhaft ist, etwa „auf eigenen Wunsch“. Eine fristlose Kündigung oder Gründe aus dem Privatleben haben dort meist nichts zu suchen.
Wie finde ich heraus, welche Note mein Zeugnis hat?
Kopiere den Text in den kostenlosen Zeugnis-Check. Er markiert die typischen Formulierungen nach Note und zeigt versteckte Kritik. Was die einzelnen Notenstufen bedeuten, steht auf der Seite zu den Arbeitszeugnis-Noten.